Thagut: Unterschied zwischen den Versionen

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Doch jeder Rechtgläubige weiß, dass solch Gier nur einer Umarmung Argarths gleich kommt. Dass Einzig das Handeln und Dienen, welches auf die Gebote der [[Götter]] und diese selbst gerichtet ist, ein glückliches Dasein verspricht. Und einige Wenige, welche sich nicht der Gier ergeben hatten und in treuem und festem Glauben zu den Göttern standen, widersetzen sich den mordlüsternen Heerscharen, welche sich auch durch das heutige Reich Dorlónien schlängelten. Sie versengten das Land bis sie an jene Stätten gelangten, in welchen sie Reichtum vermuteten.
 
Doch jeder Rechtgläubige weiß, dass solch Gier nur einer Umarmung Argarths gleich kommt. Dass Einzig das Handeln und Dienen, welches auf die Gebote der [[Götter]] und diese selbst gerichtet ist, ein glückliches Dasein verspricht. Und einige Wenige, welche sich nicht der Gier ergeben hatten und in treuem und festem Glauben zu den Göttern standen, widersetzen sich den mordlüsternen Heerscharen, welche sich auch durch das heutige Reich Dorlónien schlängelten. Sie versengten das Land bis sie an jene Stätten gelangten, in welchen sie Reichtum vermuteten.
  
So war es kein Wunder, dass sich der Heerwurm durch das verwüstete Land zu den Düsterzinnen zog. Verbrannte Erde hinter sich zurück lassend waren die Kämpfer, denen die Gier, welche sich mit Wut auf alles und jeden paarte, ins Antlitz geschrieben war,  bald auch von den Mauern des Klosters zu erkennen. Des Klosters, welches dem Orden der Offenbarungen der Vashankakirche als Stammsitz diente und wo sie seit jenen Tagen, in denen der Zwerg [[Tindur]] in der Binge unter den Düsterzinnen die Tafeln mit den Offenbarungen Ceomes fand, diese und den Klerus der Kirche Ceomes mit ihrem Leben und Blut schützten.  
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So war es kein Wunder, dass sich der Heerwurm durch das verwüstete Land zu den Düsterzinnen zog. Verbrannte Erde hinter sich zurück lassend waren die Kämpfer, denen die Gier, welche sich mit Wut auf alles und jeden paarte, ins Antlitz geschrieben war,  bald auch von den Mauern des Klosters zu erkennen. Des Klosters, welches dem Orden der Offenbarungen der Vashankakirche als Stammsitz diente und wo sie seit jenen Tagen, in denen der Zwerg [[Tindur]] in der Binge unter den Düsterzinnen die Tafeln mit den Offenbarungen [[Ceome]]s fand, diese und den Klerus der Kirche Ceomes mit ihrem Leben und Blut schützten.  
  
 
Und nun stand ein düsteres Heer, welches vornehmlich von Wesen seiner Art angeführt wurde, vor den Toren der Zwergenbinge. Vor großen Toren, hinter denen sich die gierigen Kreaturen Gold und Reichtum erhofften. Heftig wüteten die Kämpfe vor den Toren der Binge, hoch türmten sich davor die Leichen der gefällten Angreifer. Doch in ihrer Maßlosigkeit zählte ein Leben nichts, wenn Gold zu erhoffen war. Und in ihrer Maßlosigkeit hatten sie sich auch von den Göttern abgewandt und vertrauten zur Erfüllung ihrer Gelüste ganz auf ihren Fürsten. Argarth, welchen sie durch ihr Handeln und ihre Gebete über die Viere erhoben.
 
Und nun stand ein düsteres Heer, welches vornehmlich von Wesen seiner Art angeführt wurde, vor den Toren der Zwergenbinge. Vor großen Toren, hinter denen sich die gierigen Kreaturen Gold und Reichtum erhofften. Heftig wüteten die Kämpfe vor den Toren der Binge, hoch türmten sich davor die Leichen der gefällten Angreifer. Doch in ihrer Maßlosigkeit zählte ein Leben nichts, wenn Gold zu erhoffen war. Und in ihrer Maßlosigkeit hatten sie sich auch von den Göttern abgewandt und vertrauten zur Erfüllung ihrer Gelüste ganz auf ihren Fürsten. Argarth, welchen sie durch ihr Handeln und ihre Gebete über die Viere erhoben.
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Viele suchten die Gänge in die Höhe zu überwinden und in das über der Binge erbaute Kloster zu fliehen, doch nur wenigen gelang dies. In ihrer maßlosen Wut und unbeschreiblichen Gier wurden viele Flüchtende auf ihrem Weg eingeholt und niedergemacht. Nur wenige stellten sich noch zum Kampf, doch auch ihr Widerstand währte nicht lange. Einige Beherzte unter den Zwergen ließen mehrere Gänge und Stollen einstürzen, doch das Massaker, welches tief unter den Düsterzinnen jetzt begann und fast das ganze Volk der Zwerge in diesem Teil der Welt auslöschte, vermochte Niemand aufzuhalten.
 
Viele suchten die Gänge in die Höhe zu überwinden und in das über der Binge erbaute Kloster zu fliehen, doch nur wenigen gelang dies. In ihrer maßlosen Wut und unbeschreiblichen Gier wurden viele Flüchtende auf ihrem Weg eingeholt und niedergemacht. Nur wenige stellten sich noch zum Kampf, doch auch ihr Widerstand währte nicht lange. Einige Beherzte unter den Zwergen ließen mehrere Gänge und Stollen einstürzen, doch das Massaker, welches tief unter den Düsterzinnen jetzt begann und fast das ganze Volk der Zwerge in diesem Teil der Welt auslöschte, vermochte Niemand aufzuhalten.
  
Viele Tage lang dauerte das Wüten und Morden. Die Werkzeuge wurden zerstört. Die Schätze geplündert. Die Lavagrotte des Eises, in welchem einst die Tafeln von Vashankas Offenbarungen gefunden wurden, ward geschändet. Irgendwann verstummten auch die Stimmen jener Zwerge, die gefoltert, zu Sklavenarbeit gezwungen und getötet wurden. Stille legte sich über das Gebirge, die nur zuweilen von den Geräuschen der Eroberer in der Tiefe unterbrochen wurde. Wie sie übereinander herfallen, derweil jeder dem Kampfgefährten vom Tage zuvor seine Beute neidet. Wie sie sich an dem Erworbenen ergötzen und feiern.
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Viele Tage lang dauerte das Wüten und Morden. Die Werkzeuge wurden zerstört. Die Schätze geplündert. Die Lavagrotte des Eises, in welchem einst die Tafeln von Ceomes Offenbarungen gefunden wurden, ward geschändet. Irgendwann verstummten auch die Stimmen jener Zwerge, die gefoltert, zu Sklavenarbeit gezwungen und getötet wurden. Stille legte sich über das Gebirge, die nur zuweilen von den Geräuschen der Eroberer in der Tiefe unterbrochen wurde. Wie sie übereinander herfallen, derweil jeder dem Kampfgefährten vom Tage zuvor seine Beute neidet. Wie sie sich an dem Erworbenen ergötzen und feiern.
  
 
Die Geistlichen und Novizen, welche nicht vor den Toren, in den Gängen und Stollen der Binge bei deren Verteidigung gefallen waren, hatten sich mit den Flüchtlingen aus dem Volk der Zwerge hinter den Klostermauern verschanzt. Sie lauschten den Stimmen aus der Tiefe und harrten dem Tag, an dem sich der Heerwurm ihrer erinnert. Ein Tag, welcher kam, als die Beute in der Binge verteilt und des Feierns ob ihres Sieges überdrüssig waren. Nur wenig Gold hatten sie in der Binge gefunden und langsam deuchte ihnen, dass jenes hinter den Klostermauern verborgen sein muss.
 
Die Geistlichen und Novizen, welche nicht vor den Toren, in den Gängen und Stollen der Binge bei deren Verteidigung gefallen waren, hatten sich mit den Flüchtlingen aus dem Volk der Zwerge hinter den Klostermauern verschanzt. Sie lauschten den Stimmen aus der Tiefe und harrten dem Tag, an dem sich der Heerwurm ihrer erinnert. Ein Tag, welcher kam, als die Beute in der Binge verteilt und des Feierns ob ihres Sieges überdrüssig waren. Nur wenig Gold hatten sie in der Binge gefunden und langsam deuchte ihnen, dass jenes hinter den Klostermauern verborgen sein muss.
  
Die tiefhängenden Wolken öffneten ihre Schleusen, als die gierige Horde in einzelnen Gruppen aus den Schlünden der früheren Zwergenbinge hervor krochen und sich vor den Klostermauern zum Heerwurm vereinigten. Die Regenzeit setzte mit all ihrer Wucht ein, als sie den Belagerungsring schlossen und ihre Worte voller Häme und Spott über die Verteidiger und die Götter einsetzen. Doch wie der Regen vom kahlen Stein der Klosterfeste abprallte, so prallten ihre Worte an den Gläubigen ab, die in Gewissheit ihres Todes den Feinden entgegen blickten. Nicht wenige hatten sich Vashankas Führung anvertraut und blickten voller Vertrauen auf den Augenblick, an dem sie vor seinen eisigen Thron treten würden.
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Die tiefhängenden Wolken öffneten ihre Schleusen, als die gierige Horde in einzelnen Gruppen aus den Schlünden der früheren Zwergenbinge hervor krochen und sich vor den Klostermauern zum Heerwurm vereinigten. Die Regenzeit setzte mit all ihrer Wucht ein, als sie den Belagerungsring schlossen und ihre Worte voller Häme und Spott über die Verteidiger und die Götter einsetzen. Doch wie der Regen vom kahlen Stein der Klosterfeste abprallte, so prallten ihre Worte an den Gläubigen ab, die in Gewissheit ihres Todes den Feinden entgegen blickten. Nicht wenige hatten sich Vashankas Führung anvertraut und blickten voller Vertrauen auf den Augenblick, an dem sie vor seine eisigen Augen treten würden.
  
 
Mit eisernen Mienen erwarteten sie, vom jungen Novizen bis zum ältlichen Geistlichen, mit der Waffe in der Hand den Angriff. Den Zeitpunkt, an dem die düstere, gesichtslose Masse die zerklüfteten Hänge hinauf drängt und die Mauern überschwemmt und sie hinfort spült. Doch Stunde auf Stunde verging, ohne dass sich auch nur einer von ihnen rührte. Doch durch das unaufhörliche Prasseln des Regens drang irgendwann das Raunen von Stimmen an ihre Ohren. Ein Schauer lief ihren Rücken hinunter. Eine widerwärtige Sprache, welche Böses im Schilde führte.  
 
Mit eisernen Mienen erwarteten sie, vom jungen Novizen bis zum ältlichen Geistlichen, mit der Waffe in der Hand den Angriff. Den Zeitpunkt, an dem die düstere, gesichtslose Masse die zerklüfteten Hänge hinauf drängt und die Mauern überschwemmt und sie hinfort spült. Doch Stunde auf Stunde verging, ohne dass sich auch nur einer von ihnen rührte. Doch durch das unaufhörliche Prasseln des Regens drang irgendwann das Raunen von Stimmen an ihre Ohren. Ein Schauer lief ihren Rücken hinunter. Eine widerwärtige Sprache, welche Böses im Schilde führte.  
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Auf jede Miene zauberte er auf seinem Marsch die Hoffnung und den festen Glauben an der Götter Beistand zurück. Unablässig floss das Blut aus ihm hinaus, doch weder schien es irgendwann fest zu werden oder zu versiegen, noch verließ dem Mann die Kraft. Leise rezitierte er Worte des Glaubens und bei jedem Schritt wurde seine Stimme lauter, bis sie zum Ende seines Blutmarsches hin wie eine Herausforderung über die Mauern der Burg zu den dämonenhörigen Angreifern hinüber schallte.
 
Auf jede Miene zauberte er auf seinem Marsch die Hoffnung und den festen Glauben an der Götter Beistand zurück. Unablässig floss das Blut aus ihm hinaus, doch weder schien es irgendwann fest zu werden oder zu versiegen, noch verließ dem Mann die Kraft. Leise rezitierte er Worte des Glaubens und bei jedem Schritt wurde seine Stimme lauter, bis sie zum Ende seines Blutmarsches hin wie eine Herausforderung über die Mauern der Burg zu den dämonenhörigen Angreifern hinüber schallte.
  
Sein Weg führte ihn auf dem Wehrgang um das ganze Kloster herum und kein Stein der Mauerkrone, welcher nicht einen Teil seines Blutes geschmeckt hätte. Erst als er seine Runde beendete und wieder an jenem Platz stand, an dem er seine Adern geöffnet hatte, schloss er die Augen und ein letzter Tropfen verließ seinen Leib. Fahl und bleich sackte er tot zusammen und eine Schildmaid selbst erschien, um seine Seele in die eisige Halle und vor den letzten Richter zu geleiten.
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Sein Weg führte ihn auf dem Wehrgang um das ganze Kloster herum und kein Stein der Mauerkrone, welcher nicht einen Teil seines Blutes geschmeckt hätte. Erst als er seine Runde beendete und wieder an jenem Platz stand, an dem er seine Adern geöffnet hatte, schloss er die Augen und ein letzter Tropfen verließ seinen Leib. Fahl und bleich sackte er tot zusammen und eine Schildmaid selbst erschien, um seine Seele zum Übergang und vor den göttlichen Wächter zu geleiten.  
  
Als jedoch wenige später die Kreaturen aus der dämonischen Eben erschienen und das Kloster niederzureißen trachteten prallten sie vor den Mauern zurück und mit markerschütterndem Schrei vergingen sie zu Asche, welcher vom Regen hinweg gewaschen wurde. Ein Kreischen und Fluchen setze im Heerwurm ein, wo kurz vorher noch siegesgewisses Johlen geherrscht hatte. Auf den Zinnen stimmten die Gläubigen einen Choral zu Ehren Vashankas an, welcher alsbald den Abzug der geschlagenen und nunmehr aller Hoffnung auf einen leichten und schnellen Sieg beraubten Dämonendienern begleitete und von der Rettung des Klosters, welches fortan Kloster Thagut genannt ward, kündete.
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Als jedoch wenige später die Kreaturen aus der dämonischen Ebene erschienen und das Kloster niederzureißen trachteten prallten sie vor den Mauern zurück und mit markerschütterndem Schrei vergingen sie zu Asche, welcher vom Regen hinweg gewaschen wurde. Ein Kreischen und Fluchen setze im Heerwurm ein, wo kurz vorher noch siegesgewisses Johlen geherrscht hatte. Auf den Zinnen stimmten die Gläubigen einen Choral zu Ehren Vashankas an, welcher alsbald den Abzug der geschlagenen und nunmehr aller Hoffnung auf einen leichten und schnellen Sieg beraubten Dämonendienern begleitete und von der Rettung des Klosters, welches fortan Kloster Thagut genannt ward, kündete.

Aktuelle Version vom 3. Oktober 2016, 17:32 Uhr